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Grabmale − ein letztes Statement

Grabmale können vieles, sie können protzen oder tiefstapeln, glänzend dastehen oder gar nicht vorhanden sein. Aber vor allem können sie, wenn mit Sorgfalt ausgesucht, ein letztes persönliches Statement des Verstorbenen sein.

Die Auswahl des Steins, die Form, die schmückenden Details und natürlich der Name und die persönlichen Daten können einen wunderbaren Einklang ergeben und dem Betrachter viel über den Verstorbenen erzählen.

Vielleicht gibt es ja ein Material, was den Verstorbenen ein Leben lang begleitet hat, privat oder beruflich. Oder der Verstorbene hatte schon zu Lebzeiten eine Vorliebe für heimische Natursteine oder für Granit, für Edelstahl oder auch für Glas. Auch die Form und Größe können einer Persönlichkeit entsprechen. Die Materialien und die Verarbeitung sind vielfältig, so dass nach Wunsch ganz individuelle Grabmale entstehen können.

Auch integrierte Symbole sind Ausdruck der Persönlichkeit. Ein Kreuz zeugt davon, dass ein Mensch mit christlichem Glauben hier seine letzte Ruhe gefunden hat. Eine Sonne versteht sich als Sinnbild des Lebens, die Taube ist ein Zeichen des Friedens und auch ganz persönliche Zeichen geben Aufschluss darüber, welcher Mensch hier eigentlich ruht.

Für die Auswahl gilt: Lassen Sie sich Zeit und überlegen Sie ganz in Ruhe, welche persönliche Visitenkarte das Grab schmücken soll. Steinmetze beraten gerne, haben viele kreative Umsetzungsideen und Freude daran, individuelle Arbeiten anzufertigen.

Bild: By Basotxerri - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61867359

Wie viel darf die Angst bestimmen – und wie viel wir selbst?

Es sind aufwühlende Zeiten. Die Flüchtlingskrise hat in der jüngsten Vergangenheit stark polarisiert und uns vor so manche Herausforderung gestellt – auch und gerade in menschlicher Hinsicht. Parallel dazu hat die Angst vor Terroranschlägen massiv zugenommen. Plötzlich geschieht es nicht mehr nur weit weg, sondern ganz in unserer Nähe. Erst kürzlich war die Rede davon, dass im nächsten Schritt Schnellzüge zum Entgleisen gebracht werden sollen. Und sicherlich wird es sich so mancher nun zweimal überlegen, ob er eine Fahrt bucht oder nicht doch lieber ins Auto steigt. Dabei ist es wie mit dem Fliegen: Rein statistisch gesehen, ist die Gefahr viel geringer, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen als bei einem Autounfall.

Ein gewisses Risiko ist natürlich in beiden Fällen vorhanden – aber keines, dem wir mit Angst begegnen sollten. Denn wenn wir uns von unserer Furcht leiten lassen, hat das fatale Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Was machen wir denn, wenn wir jetzt auch noch Angst bekommen, ins Auto zu steigen? Und wo lauert denn noch überall Gefahr? Wenn wir ganz sicher sein wollen, dürften wir das Haus nicht mehr verlassen. Und selbst da sind die Risikofaktoren einfach nicht auszumerzen.

Es ist leicht, Angst zu haben. Doch war sie noch nie ein guter Ratgeber – vielmehr bringt sie uns häufig dazu, entgegen unserem Wissen und unserem Bauchgefühl zu handeln. Deswegen ist es wichtig, ihr nicht zu viel Raum zuzugestehen und stattdessen zu akzeptieren, dass es eine völlige Sicherheit niemals geben kann. Denn so können wir wieder bedacht an Entscheidungen herangehen und uns auf das fokussieren, was wir wirklich in der Hand haben: Was für ein Mensch wir sein wollen und wie wir dem Leben begegnen möchten. Und wenn wir etwas für mehr Sicherheit tun wollen, dann dürfen wir das natürlich – aber bitte wohlüberlegt, sodass wir uns danach wirklich besser fühlen. Und nicht bloß noch mehr Angst haben.

Bild:Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Haltern am See, Stausee, Anleger -- 2016 -- 2859” / CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Tod

„Anschlag in London – 11 Tote“. „Mindestens 20 Tote bei Anschlag in Burkina Faso“. „Eine Tote bei Ausschreitungen in Charlottesville“. „Viele Tote und Verletzte in Barcelona“…

Der Tod ist nicht nur ein uns nahes Thema der lokalen Trauerseiten, er schafft es immer öfter auf die Titelseiten der Tageszeitungen. Jeden Tag gibt es Meldungen über Anschläge, Unfälle und Tragödien, die Tote zu beklagen haben.

Manchmal scheinen die Nachrichten ganz nah und manchmal ganz fern. Allen gemein ist, dass die Toten bestattet werden wollen. Es gibt sie also, die Bestatter, die auch in Zeiten solcher Tragödien ihre Arbeit tun und den Konsequenzen dieses Geschehens nicht aus dem Weg gehen können: der Bestattung der Toten und der Trauer der Angehörigen. „Tägliches Brot“ für einen Bestatter, könnte man meinen, aber in besonders tragischen Fällen sicher viel mehr als das!

Im Juni 2015 fuhr ein Konvoi von mehr als 16 Bestatterwagen die toten Schüler des Germanwings-Absturzes zu ihrer letzten Ruhestätte. Ein sehr bewegender Tag auch für die mitfahrenden und begleitenden Bestatter.

Ein solcher Blick auf das Berufsfeld des Bestatters lässt einen respektvoll den Hut ziehen! Und es zeigt einmal mehr, dass der Tod und der Abschied zum Leben gehören – manchmal ganz nah und auch ganz fern.

Bild: By-Auquamitzi---Own-work-CC-BY-SA-4.0-httpscommons.wikimedia.org

Was, wenn ich nur noch einen Monat zu leben hätte …?

Was würde ich dann tun? Würde ich tatsächlich noch etwas verändern wollen in dieser kurzen Zeit? Würde ich schnell noch ein paar meiner Träume verwirklichen? Oder würde ich mich dadurch bloß schlechter fühlen, weil ich scheitern könnte und keine Chance mehr habe auf einen nächsten Versuch? Würde ich vielleicht doch einfach weitermachen wie bisher?

Was würde ich noch schnell erledigen, solange die Zeit dafür bleibt? Testament, Bestattungsfragen, wer nimmt die Katzen? Es gibt genug zu tun, wenn man noch die Gelegenheit dazu hat. Aber was davon ist mir wirklich wichtig? Um was würde ich mich tatsächlich kümmern, wenn es hart auf hart kommt?

Würde ich mir tatsächlich noch die Mühe machen, hinter mir aufzuräumen? Oder würde ich vielmehr versuchen, die letzten Momente so gut es geht zu genießen – auch auf die Gefahr hin, eine Spur des Chaos zu hinterlassen? Wer könnte mir das schon übel nehmen? Wo liegen die wahren Prioritäten, wenn alles andere unbedeutend wird? Was ist richtig? Und vor allem: Was fühlt sich für mich richtig an?

Und würde ich bereuen? Mir wünschen, mehr aus meinem Leben gemacht zu machen? Oder vielleicht auch weniger und dafür mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht zu haben oder mit anderen Menschen, die mir lieb sind? Gäbe es denn einen Grund, zu bereuen?

Oder könnte ich guten Gewissens loslassen, im Wissen, ein glückliches Leben geführt zu haben? Führe ich ein solches Leben? Und falls nicht – warum?

Diese und viele andere Fragen können sehr bedeutend sein. Deswegen sollten wir sie nicht erst stellen, wenn es vielleicht schon zu spät ist. Sondern jetzt und hier. Und immer wieder mal zwischendurch. Denn so können wir unseren Fokus auf das richten, was wirklich von Bedeutung ist.

Bild:By Thomas Wolf, www.foto-tw.de, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60281810

Den letzten Willen umsetzen – auf Nummer sicher gehen.

Nicht immer wird der letzte Wille so umgesetzt, wie gedacht. Die Gründe dafür sind vielfältig, ein nicht auffindbares Testament ist einer davon.

Wo Menschen ihr Testament aufbewahren, bleibt jedem selbst überlassen, es gibt hierfür keine Vorgaben. Wer aber möchte, dass sein letzter Wille neutral aufbewahrt und auch gefunden wird, kann ihn bei Gericht hinterlegen und registrieren lassen.

Die sogenannte Bundesnotarkammer pflegt per staatlichem Auftrag seit 2012 das Zentrale Testamentsregister (ZTR). Dieses Register erfasst die Angaben zu allen Testamenten und erbfolgerelevanten Urkunden, sofern sie beim Gericht oder Notar aufbewahrt werden. Das heißt, dass nicht die tatsächliche Urkunde im Register zu finden ist, wohl aber der verpflichtende Hinweis darauf, dass es ein Testament gibt, wer es verfasst hat und wo es zu finden ist.

Die Verwahrung des Testaments beim Amtsgericht ist Voraussetzung für die Registrierung im ZTR. Aktuell liegen die Gebühren für eine Verwahrung bei Gericht bei 75 Euro, die Registrierung im ZTR kostet zusätzlich 15-18 Euro.

Im Todesfall wird das Zentrale Testamentsregister durch das zuständige Standesamt informiert. Hier gibt es dann schnell die Auskunft darüber, ob erbfolgerelevante Urkunden registriert sind und wo diese verwahrt werden. Das Testament gelangt automatisch über das Amtsgericht zum Nachlassgericht, das wiederum die Hinterbliebenen informiert.

Foto: Von Diego Delso, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37344897

Eine Schweigeminute

Die Welt prescht unnachgiebig voran. Oft sind wir so sehr beschäftigt mit all den Herausforderungen, die Tag für Tag auf uns einprasseln, dass gar keine Zeit mehr bleibt, um einmal ganz in Ruhe zurückzuschauen – auf das, was hinter uns liegt und uns an diesen Punkt gebracht hat. Denn der Fokus bleibt in der Regel nach vorne gerichtet. Auf das, was noch kommt und was wir uns wünschen für unsere Zukunft.

Doch ab und an darf auch mal Zeit sein für eine Schweigeminute. Einfach einen kurzen Moment innehalten und den Gedanken Raum geben. Einen Blick über die Schulter werfen auf all die Menschen, denen wir in unserem Leben begegnet sind. Die uns geprägt und begleitet oder vielleicht auch nur einen flüchtigen Eindruck hinterlassen haben. Jeder von ihnen hat einen Anteil an dem, was wir heute sind. Einige von ihnen haben noch immer einen festen Platz in unserem Herzen, andere sind ganz aus dem Bewusstsein verschwunden – und tauchen nun plötzlich wieder auf in diesen stillen Momenten, die wir der Vergangenheit zugestehen.

Viele der früheren Gesichter sind fort – entweder bloß aus unserem oder gar ganz aus dem Leben. Ihnen bleibt nur der Raum in unseren Gedanken, aber dieser Raum kann sehr mächtig sein. Für einen kurzen Moment dürfen sie wieder neben uns stehen, uns ein Lächeln schenken oder einen Ratschlag. Und so haben sie noch immer an unserem Leben teil, ganz egal, was einst passiert sein mag. Geben uns vielleicht sogar Mut, wenn wir ihn gerade brauchen. Manchmal hilft ein Gedanke auch dabei, wieder zueinander zu finden. Wege, die einst in verschiedene Richtungen gelaufen sind, wieder zusammenzuführen. Für eine kurze Begegnung oder für mehr – wer weiß das schon?

Die Vergangenheit kann eine riesige Schatzkiste sein, die immer wieder neue Überraschungen für uns bereithält. Denn das Bewusstsein ist ein Dieb, manchmal nimmt es uns wertvolle Momente und versteckt sie vor uns. Dann müssen wir selbst aktiv werden, um die Kiste zu finden und eine Weile darin zu stöbern. Und es kostet uns ja auch nicht viel: bloß eine Handvoll Augenblicke, die uns sonst ebenso leicht durch die Finger rinnen könnten.

Es ist nur eine Minute – aber sie hält am Leben. Uns und andere.

Bild: Von Jamen Percy - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59095054

Architektur schafft Lebensqualität – mitten auf dem Friedhof.

Am 24./25. Juni fand der diesjährige „Tag der Architektur“ unter dem bundesweiten Motto „Architektur schafft Lebensqualität“ statt. In diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen mit dabei: der neue Abschiedsraum des kommunalen Friedhofs Delstern in Hagen.

Hier trifft Denkmal auf Moderne. Das unter Denkmalschutz stehende Eduard-Müller-Krematorium wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Auftrag des Hagener Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus durch den Architekten Peter Behrens geplant und gebaut. Ein mit viel Aufmerksamkeit ausgezeichnetes Kleinod inmitten einer parkähnlichen Friedhofs-Anlage.

Seit 1912 finden hier Einäscherungen statt, die beeindruckende Trauerhalle fasst viele Besucher und die anliegenden Abschiedsräume dienen seit jeher der privaten Abschiednahme.

Seit 2016 wird an dieser Stelle mit ganz neuer Architektur auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen – denn der Abschiedsraum versteht sich heute als Ort, der uns als Hinterbliebenen Schutz bieten soll, der Raum schafft für die emotional außergewöhnliche Situation, der unsere Sinne berührt und den Moment besonders macht. Der neue Abschiedsraum auf dem Delstern-Friedhof erzeugt eine harmonische und offene Atmosphäre, die respektvoll mit dem Verstorbenen und dem Abschiednehmenden umgeht. Ein guter Ausgangspunkt für die kommende Zeit der Trauerbewältigung.

Ein Besuch dieses besonderen Ortes lohnt sich.
Eduard-Müller-Krematorium, Friedhof Delstern, Am Berghang 30, 58093 Hagen

Bíld: Martin Gust

Einfach mal rausgehen und durchatmen

Die Zeit der ständigen Kälte ist vorbei und schon seit einer ganzen Weile zeigt der Frühling an allen Ecken, wie farbenfroh und facettenreich unsere Welt auch jenseits der HD-Bildschirme sein kann. Sonne und Wärme beleben das Gemüt und bringen uns manchmal sogar so richtig ins Schwitzen. Da ist es dann nicht weiter schlimm, wenn zwischendurch mal eine Wolkenfront aufzieht – ganz ehrlich: Was gibt es denn Angenehmeres als das erfrischende Gefühl von kühlem Sommerregen auf der Haut?

Es ist jedes Mal erstaunlich, was der Wechsel der Jahreszeit bewirken kann. Probleme, die wir den Winter über mit uns herumgetragen haben, können sich im sonnengestärkten Herzen verändern und werden zu Herausforderungen – und zwar zu solchen, die sich bewältigen lassen. Und wenn uns nun etwas umtreibt, dann ist es einfach an der Zeit, einen Schritt vor die Tür zu wagen. Die Füße über Bürgersteige, Feldwege und Wiesen wandeln zu lassen und dem Kopf damit den Raum zu geben, den er braucht. Beim Gehen denkt es sich häufig besser als eingezwängt in der Wohnung oder im Büro. Unter freiem Himmel können sich die Gedanken besser entfalten – was auch wundervoll ist für den kleinen kreativen Schub für zwischendurch. Manchmal reichen dafür schon wenige Minuten.

Und was so leicht in den Hintergrund rückt: einfach mal entspannen. Einige Momente auf der Wiese liegen oder es sich auf einer Parkbank gemütlich machen. Die Sonne durch die geschlossenen Augenlider spüren. Den Kopf freibekommen. Sich etwas Zeit nehmen, um zurückzublicken.

Es klingt vielleicht seltsam – aber auch der stille Gang über den Friedhof kann sehr beruhigend und inspirierend sein. Allein der Gedanke daran, welche Geschichten sich hier verbergen. Dieser Ort hat viel zu erzählen über das, was vor uns war. Und wenn wir ihn schließlich wieder verlassen, haben wir womöglich auch ein geschärftes Bewusstsein für das, was vor uns liegt.

Bild: By Uoaei1 - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50284353

„Neue Wege auf dem Friedhof!“…

ist eine jüngst ins Leben gerufene Initiative und ein ausgeschriebener Wettbewerb des Bundesverbandes Deutscher Steinmetze in Berlin. Dahinter stecken der Wunsch und die Notwendigkeit, unsere Friedhofskultur lebendig - und am Puls der Zeit zu halten. Dem Notstand der Friedhöfe, immer mehr brachliegende Flächen in den Friedhofsplan einzeichnen zu müssen, sollen neue, moderne, zukunftsweisende Ideen entgegengesetzt, der Friedhof als wichtiges kulturelles Gut erhalten werden.

Nominiert wurden sechs Arbeitsgemeinschaften. Die Arbeitsgemeinschaften: die Kirchhofsverwaltung Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Berlin, die Hamburger Friedhöfe AöR, die Arbeitsgemeinschaft WBH Hagen, die Friedhofsverwaltung Aschersleben, die Friedhofsverwaltung Nürnberg und die Arbeitsgemeinschaft Friedhofsverwaltung Stadt Essen. Alle Arbeitsgemeinschaften haben jeweils auf ihren Friedhöfen besondere und zukunftsweisende Grabkonzepte, mit besonderer Berücksichtigung der Bevölkerungsstruktur und der regionalen Gegebenheiten. Ein interessantes Potpourri aus gut durchdachten Ideen und Konzepten.

Mehr Information zu dem Wettbewerb und den Teilnehmern unter: http://www.bivsteinmetz.de

„Die Friedhofskultur als besonderes Gut erhalten“, dafür setzen sich mittlerweile alle Friedhofs-Beteiligten sehr engagiert ein, die konfessionellen Träger genauso wie die Kommunen, die Friedhofsverwaltungen, die Steinmetze und die Friedhofsgärtner. Die 2017 geschaffene Initiative „Friedhof Heute“ lädt ein, sich mit den Themen Tod, Trauer und mit der Bestattungs- und Trauerkultur auseinanderzusetzen. www.friedhof-heute.de

„Neue Wege auf dem Friedhof!“ … geht uns alle an. Besuchen Sie doch einmal den Friedhof in Ihrer Nähe und informieren Sie sich über Neues auf Ihrem Friedhof!

Bild: By Tony Webster tonywebster - http://unsplash.com/photos/F9o7u-CnDJk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58790779

Wenn da plötzlich diese riesige Wand vor uns steht

Wie viel Zeit unseres Lebens verschwenden wir damit, gegen Wände zu laufen? Wenn etwas schiefgeht oder nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben, worauf konzentrieren wir uns dann? Auf das Loslassen und Weitermachen – nun aber auf anderen Wegen? Oder nicht doch vielmehr auf den Schmerz über das Scheitern und den verzweifelten Wunsch nach einer göttlichen Fügung?

Ob es sich um ein verpatztes Bewerbungsgespräch handelt, eine zerbrochene Beziehung oder gar den Verlust eines geliebten Menschen – es dauert meist eine ganze Weile, bis wir die Situation akzeptieren und den Blick wieder öffnen können. Da ist plötzlich diese riesige Mauer vor uns und wir müssen irgendwie hindurch. Also rennen wir dagegen an, wieder und wieder. Aber warum wollen wir überhaupt hindurch? Ist es denn nicht besser, einen Schritt zurückzutreten und einen Weg zu suchen, der an ihr vorbeiführt?

Wir tun weder uns noch anderen einen Gefallen damit, wenn wir der Wut oder dem Schmerz zu viel Raum zugestehen. Wenn wir zulassen, dass sie unser Handeln bestimmen. In den meisten Fällen machen wir es dadurch sogar noch viel schlimmer, steigern uns womöglich mehr und mehr hinein, bis uns die Ereignisse irgendwann vollkommen lähmen. Sicher, es ist schwer, manchmal sogar unmöglich, seine Gefühlswelt zu kontrollieren. Doch wir können es zumindest versuchen, können die Situation zu akzeptieren lernen. Manchmal muss man erst loslassen, um wieder klar sehen zu können. Das braucht Zeit. Doch diese Zeit können wir uns nehmen.

Wenn wir die Dinge selbst nicht ändern können, dann können wir immer noch unseren Umgang mit ihnen verändern. Können uns auf die guten Aspekte konzentrieren, so klein sie auch sein mögen. Aus Fehlern lernen, schöne Erinnerungen bewahren, das wertschätzen, was wir haben. Das hilft vielleicht nur minimal. Aber es ist besser, als gegen Wände zu laufen.

Bild: Von Dietmar Rabich - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51050967

Spiel mir das Lied vom Tod …

Trauermusik gehört dazu – zu einer Abschiedsfeier und einer Bestattung. Denn die Musik trägt und beflügelt die Trauergefühle und zwängt sie nicht in Worte oder Gesten, sondern lässt sie frei.

Victor Hugo, ein französischer Schriftsteller, formulierte es so: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Regeln gibt es eigentlich keine, denn die Abschiedszeremonie heute soll persönlicher und individueller denn je sein. Dem Verstorbenen ein letztes Geleit geben und die Trauergesellschaft trösten – oder soll man sagen: in Stimmung bringen? Denn mittlerweile gibt es die „Best of“-Trauercharts. Für jede Gefühls- und Geschmackslage ist etwas dabei. Immer auf den Spitzenplätzen zu finden sind „Who Wants to Live Forever“ von Queen, „I Did It My Way” von Frank Sinatra, aber auch das klassische „Ave Maria” von Franz Schubert.

Sicher gehen Menschen ganz unterschiedlich mit ihrer Trauer um und drücken sie individuell aus – in der Auswahl von Kleidung, Blumen und eben auch in der Musik. Der eine mag sich humorvoll verabschieden, der andere rockig und der nächste wieder klassisch instrumental, nicht jeder Trauergast wird die Auswahl ebenso als passend empfinden. Aber wie kann es sein, dass oftmals die gleiche Musik erklingt, als gäbe es nur einige wenige Musikstücke?

Musik zur persönlichen Untermalung einer Abschiedsfeier – gerne ja!

Musik zur reinen Inszenierung einer dramatischen Klangkulisse – besser nein!

Nehmen Sie sich doch die Zeit und hören Sie in sich hinein, welche Musik Ihnen in Ihrer Trauer am Herzen liegt – dann liegen Sie mit Ihrer Auswahl sicher richtig und die Musik wird einen wichtigen Beitrag zum Abschied leisten.

Viele Bestatter haben auf ihren Webseiten ganze musikalische Bibliotheken zur Auswahl, hier finden Sie nicht nur die „Best of“, sondern können sich inspirieren lassen und etwas persönlich Passendes finden.

Eine schöne und innige Aufgabe in traurigen Zeiten!

Bild: By Petar Miloševic (Own work, stacked 8 macro images) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Gestern habe ich über den Tod nachgedacht …

Gestern habe ich darüber nachgedacht, was wohl passiert, wenn ich mal tot bin. Also ob ich dann in den Himmel komme und so. Wie es da so aussieht und ob es den Menschen da gut geht. Dann habe ich mich gefragt, ob es den Himmel überhaupt gibt. Meine Schwester hat gesagt, das alles ist Blödsinn. Wenn wir tot sind, dann sind wir tot. Da ist dann nichts mehr. Nur Schwärze und so.

Ich weiß nicht, ob sie recht hat. Mama glaubt an den Himmel und ich weiß, dass Mama oft recht hat. Also hoffe ich, dass es den Himmel gibt und dass ich mal dorthin komme. Aber ich weiß es ja nicht und wenn es soweit ist, dann kann ich ja eh nichts daran ändern. Also brauche ich auch nicht darüber nachzudenken.

Nur gibt es ja dann nicht nur mich, wo immer ich dann bin, sondern auch die anderen: meine Schwester und meinen Bruder und meine Mama und meinen Papa und Oma und Opa und meine andere Oma und meinen anderen Opa. Die sind bestimmt traurig, weil ich nicht mehr da bin. Sie wollen bestimmt auch, dass ich es gut habe und dass meine Beerdigung schön ist. Und dann habe ich über Beerdigungen nachgedacht.

Das ist ja ganz unterschiedlich. Die Oma von meiner Freundin wurde auf einem Friedhof beigesetzt, wie sich das gehört, aber der Vater von einem aus meiner Klasse, der wurde erst verbrannt und dann wurde die Asche mitten auf dem Meer begraben. Also begraben ist ja nicht das richtige Wort, sie wurde einfach in so einem Gefäß ins Wasser gelassen. Und dieses Gefäß löst sich dann auf und dann ist dieser Mensch da mitten im Meer, überall.

Ich finde, das ist ein schöner Gedanke, überall im Meer zu sein. Ich habe darüber nachgedacht, dass ich das auch gerne so hätte. Da schwimme ich dann in ganz kleinen Teilchen im Wasser und kann die ganze Welt sehen. Das Meer ist ja riesig und ich kann überallhin. Und wenn es warm ist, dann gibt es Wasserdampf und vielleicht bin ich dann auch in dem Wasserdampf und steige nach oben in den Himmel. Und wenn es da oben dann kalt wird, dann komme ich als Schnee oder Regen wieder herunter und kehre zurück ins Wasser. Dann bin ich ein Teil des Wasserkreislaufs, wie wir ihn in Erdkunde gelernt haben. Das ist doch voll schön, oder? Wenn wir uns jetzt vorstellen, all die Menschen, die jetzt nicht mehr da sind, sind die ganze Zeit im Wasser oder in der Luft. Also, ich find‘ das toll.

Aber dann habe ich gedacht, dass Mama das vielleicht nicht so schön findet. Als Uropa und dann Uroma gestorben sind, da gab es so eine richtig riesige Beerdigung und da denkt sie manchmal noch dran und wenn es ihr schlecht geht, dann geht sie zum Friedhof und besucht Uroma und Uropa. Sie nimmt dann immer Blumen mit und legt sie aufs Grab und manchmal nimmt sie auch eine Kerze mit. Einmal haben wir die zusammen angezündet. Mama hat gesagt, das Feuer ist wie die Erinnerung. Wir haben sie die ganze Zeit bei uns und können sie jederzeit hervorholen, indem wir an jemanden denken. Wenn wir ganz fest an jemanden denken, dann ist das wie diese Kerze, die für eine Weile ganz hell leuchtet. Damit halten wir die Erinnerung am Leben, indem wir sie immer wieder leuchten lassen. Dann wissen wir, dass sie noch da ist, und sie gibt uns Licht, wenn wir uns mal so fühlen, als wäre alles dunkel, weil wir traurig sind.

Jedenfalls weiß ich, dass Mama das nicht so gut fände, wenn ich überall im Wasser und in der Luft wäre. Ihr ist es bestimmt lieber, wenn ich einen schönen Platz auf dem Friedhof habe. Und wenn sie mal traurig ist, dann kommt sie mich besuchen und wir reden ein bisschen. Natürlich können wir nicht wirklich miteinander reden, aber manchmal fühlt sich das auf dem Friedhof so an, als ob das geht. Das ist dann richtig schön. Ich habe das auch mal gemacht mit Uroma und Uropa und obwohl ich die beiden gar nicht so richtig kannte, hat sich das gut angefühlt. Es waren auch ganz, ganz liebe Menschen, hat Mama gesagt. Und sie waren immer für uns da und haben oft auf mich und Lara aufgepasst, wenn Mama und Papa mal unterwegs sein mussten. Und wir haben uns immer darauf gefreut, sagt Mama.

Ich habe mal gehört, dass Friedhöfe manchmal auch anders sein können. Also nicht so, dass ein Grabstein neben dem anderen steht. Sondern da gibt es schöne Bäume und unter den Bäumen liegen dann die Menschen und die Bäume passen auf sie auf. Ich glaube, so etwas will ich auch. Dann bin ich zwar auf dem Friedhof, aber es ist doch irgendwie, als wäre ich in der Natur. Dann kann ich vielleicht doch ein Teil der Natur sein und wenn Mama mich besuchen kommen möchte, dann kommt sie einfach vorbei.

Weil ich das alles so wichtig finde, habe ich dann noch viel mehr über meine Beerdigung nachgedacht. Auch wen ich dahaben will und wie das alles dann so abläuft. Ich will, dass es die Leute auf meiner Beerdigung gut haben und deswegen gibt es auch ganz lecker Essen. Aber erst danach, denn auf dem Friedhof isst man ja nicht. Ich will auch so schöne Musik haben, die dann gespielt wird, und ganz viele Blumen. Ich mag Blumen und wenn die überall sind, dann freut sich Oma bestimmt ganz doll, weil die mag auch voll gerne Blumen.

Ich hab‘ das dann aufgeschrieben und dabei sind mir noch ganz viele Gedanken gekommen. Wie der Sarg aussehen soll oder ich glaube, wenn ich unter einem Baum sein möchte, dann ist das eine Urne. Ganz bunt soll die sein. Sowas gibt es auch schon. Ich habe mir an Papas Computer ein paar Bilder angeguckt und dann eine ausgesucht. Ich habe auch aufgeschrieben, wer alles kommen soll, und die sollen alle ganz schöne Karten bekommen als Einladung. Bei Uroma war da ein Bild von ihr drauf, aber ich möchte ein Bild von unserer ganzen Familie. Das ist viel schöner, weil das heißt, dass wir dann immer noch zusammen sind. In Gedanken jedenfalls, weil wir uns ganz doll liebhaben.

Als ich dann alles auf einen Zettel geschrieben habe und sogar Bilder dazu gemalt, habe ich es Papa gezeigt. Er hat mich erst ganz komisch angesehen und mich gefragt, warum ich denn über so etwas nachdenke. Aber als ich dann gesagt habe, dass das wichtig ist, weil ja sonst keiner weiß, wie ich das haben will, hat er gelacht. Und dann hat er gesagt, dass man das auch beim Bestatter machen kann, und der schreibt das dann alles für einen auf. Als ich gefragt habe, ob er das gemacht hat, hat er bloß mit dem Kopf geschüttelt. Also habe ich gesagt, dass wir ja zusammen mal hingehen können, ich mit meinen Zetteln und er kann sich ja auch mal Gedanken machen. Ich helfe ihm auch dabei. Dann hat er wieder gelacht, aber nur kurz. Plötzlich hat er so ernst geguckt. Das macht er immer, wenn er ganz doll nachdenkt. Und dann hat er gesagt, in Ordnung, das machen wir. Jetzt gehen wir bald zusammen zum Bestatter. Ich bin gespannt, was der sagt.

Bild: By Charlesjsharp - Own work, from Sharp Photography, sharpphotography, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49684512

Still gedenken, zur Ruhe kommen oder protestieren.

Der Karfreitag als Fest für Christen − und für jedermann in Bayern.

Der Todestag Jesu ist nicht nur DER katholische und evangelische Gedenktag, er ist auch ein gesetzlicher Feiertag, der für alle Bürger – Christen und Nichtchristen − gilt. Nicht nur Geschäfte sind an diesem Tag geschlossen, sondern auch Diskotheken, Gaststätten, Kinos und andere Freizeitbetriebe durften bislang gar nicht, oder nur mit einer Sondergenehmigung, öffnen.

Eine solche zu bekommen, war bislang allerdings ungewöhnlich, denn laut Definition ist eben besonders der Karfreitag ein „stiller Tag“, an dem auch in Bayern gemäß dem Feiertagsgesetz alle Unterhaltungsveranstaltungen, bei denen „der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter“ nicht gewahrt wird, verboten sind.

Dies soll sich nun – in Bayern − ändern. Denn laut des Beschlusses des Bundeverfassungsgerichts vom 27. Oktober 2016 ist der Schutz des Karfreitags in Bayern unverhältnismäßig streng. Bereits 2007 gab es eine Verfassungsbeschwerde des „Bundes für Geistesfreiheit“ (bfg), dem eine geplante Veranstaltung unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenqual“ verboten wurde. Für Assunta Tammelleo, die nach dem Verbot der Heidenspaß-Party 2007 für den bfg München geklagt hatte, soll nun mit der diesjährigen Veranstaltung nicht zuletzt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gefeiert werden: „Endlich wurde eine gesetzliche Regelung aufgehoben, die religionsfreie Menschen völlig unnötigerweise in ihren Freiheiten einschränkt.“

Was „stille Feiertage“ sind, ist in den deutschen Bundesländern unterschiedlich festgeschrieben, auch was erlaubt und verboten ist. Fürsprecher dieser Tage sind vor allem die Kirchen, die diese nicht nur als religiöse Angelegenheit sehen, sondern ihnen auch einen umfassenden gesellschaftlichen Nutzen zuschreiben. „Die stillen Feiertage bringen eine Unterbrechung in den rastlosen Alltag und sind auch für Familien wichtig, damit sie zur Ruhe kommen können“, so das katholische Erzbistum München und Freising.

Ob der Beschluss des Bundeverfassungsgerichts allgemein zu einer Flut von Anträgen zur Genehmigung von Unterhaltungsveranstaltungen an Karfreitag geführt hat, ist nicht kommentiert.

Und wie ein jeder Bürger und/oder Christ dies für sich persönlich sieht und hält – auch nicht.

Quelle: Bundeverfassungsgericht.de, presseportal.de

Bild:Von Maulaff − Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18982729

Früher und heute und überhaupt – alles verändert sich

„Früher war alles besser“ – wie oft haben wir diesen Satz schon gehört oder gar selbst gesagt? Und stimmt er denn? War früher wirklich alles besser? Und ist das überhaupt wichtig?

Die Welt verändert sich und mit ihr die Gesellschaft und auch wir. Sogar unsere Erinnerung ist wandelbar – es sind vorwiegend die guten Erfahrungen, die wirklich hängen bleiben, und manch vergangenes Ereignis bekommt dazu noch diesen nostalgischen Schimmer. In der Gegenwart ist es meist genau umgekehrt: Wir konzentrieren uns auf Negatives, während wir dem Positiven kaum Beachtung schenken. Warum nicht einfach mal andersherum an die Sache herangehen?

Das ist natürlich gar nicht so leicht, wenn der Fortschritt einem kaum Zeit zur Gewöhnung lässt. Die Veränderungen kommen immer schneller. Kaum haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, mit dem PC zu schreiben und überall telefonieren zu können, läuft auf einmal schon der Großteil der Kommunikation über digitale Wege und wir fangen sogar an, mit unseren Geräten zu sprechen. Da ist es bloß verständlich, wenn einem dieser Wandel Angst macht – schließlich wissen wir nicht, wohin das alles führt.

Aber ist diese Angst wirklich begründet? Oder ist es vor allem die Furcht vor dem Unbekannten, das wir häufig als Bedrohung ansehen? Dabei können wir es doch genauso gut als Chance begreifen. Das ist allein unsere Entscheidung. Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir wären heute noch auf dem Stand des Mittelalters – wäre das wünschenswert?

Wir können das Rad der Zeit nicht anhalten. Wir können uns dagegenstemmen und irgendwann überrollt werden. Oder wir setzen uns wohlwollend mit dem Neuen auseinander und schauen, was sich damit anfangen lässt. Schließlich haben wir die Möglichkeit, unsere zukünftige Welt ein kleines Stück weit mitzugestalten. Und das ist doch schließlich etwas Gutes – oder?

Bild:Von Dietmar Rabich − Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54398711

Weil dieser Verlust mehr als wehtut!

Am 08. Februar 2017 hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf des BMJV zum Hinterbliebenengeld beschlossen.

„Die Trauer um den Tod eines nahestehenden Menschen kann niemals in Geld aufgewogen werden. Aber: Hinterbliebene eines Opfers fremdverursachter Tötung verdienen jede Hilfe und Unterstützung. Neben einer entsprechenden seelsorgerischen und sozialen Betreuung wird dazu künftig auch ein Hinterbliebenengeld gehören: Wer für den Tod eines Menschen verantwortlich ist, muss künftig die Hinterbliebenen des Opfers angemessen entschädigen.“ Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas

Dies ist ein Meilenstein in der Rechtsprechung und ergänzt den bislang geltenden Anspruch auf Schmerzensgeld, auf das man auch nur dann Anspruch hatte, wenn ein medizinisch nachgewiesener erheblicher „Schockschaden“ entstanden ist.

Der neue Anspruch gilt ab sofort und wird nun verbindlich in das Bürgerliche Gesetzbuch eingeführt und ist somit rechtsverbindlich. Demnach sind anspruchsberechtigt diejenigen Hinterbliebenen, die in einem besonderen persönlichen Näheverhältnis zum Getöteten stehen. Das sind in erster Linie die engen Verwandten, wie Ehegatten, Kinder und Eltern. Es können aber auch andere nahe Personen berechtigt sein. Diese müssen das besondere Näheverhältnis zum Getöteten belegen und gegebenenfalls auch beweisen.

Zahlungspflichtig ist der Verursacher der Tat - also der Mörder, der Terrorist, der Totschläger und auch der schuldhafte Verursacher eines tödlichen Verkehrsunfalls, sofern er noch am Leben ist. Der Rechtsanspruch kann nur gegen den Verursacher direkt durchgesetzt werden. Die Höhe des Anspruches steht im Ermessen der Gerichte und wird mit Summen zwischen 10.000 und 60.000 € diskutiert.

„Eine Anerkennung des seelischen Leids der Angehörigen durch die Rechtsordnung“ ist die Grundlage für die Entschädigung. „Die Entschädigung soll und kann keinen Ausgleich für den Verlust eines nahestehenden Menschen darstellen. Das Hinterbliebenengeld kann aber helfen, finanzielle Sorgen aufgrund des persönlichen Verlustes zu vermeiden …“, so Bundesjustizminister Heiko Maas.

Quelle: BMJV, 08. Februar 2017

Bild:Dietmar Rabich/Wikimedia Commons/"Dülmen, Wiese am Strandbadweg -- 2016 -- 5670-6" / CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Stark durch Schwäche – leben im Bewusstsein der Endlichkeit

Ist Ihnen das Bärtierchen ein Begriff? Nein? Wahrscheinlich sind Sie ihm bereits begegnet, aber sicher ist es Ihnen nicht weiter aufgefallen. Das Bärtierchen ist nämlich sehr klein – weniger als einen Millimeter groß. Dafür ist es sehr niedlich. Aber eben nur, wenn man es auch sieht.

Die eigentliche Besonderheit am Bärtierchen ist aber, dass es als quasi unzerstörbar gilt. Bärtierchen können sich in eine Art Starre (genannt Kryptobiose) versetzen und in diesem Zustand jahrelang verharren, bis sie schließlich wieder zum Leben erwachen. Sie sind absolut widerstandsfähig und brauchen sich um kaum etwas Sorgen zu machen – ganz im Gegensatz zu uns.

Wir Menschen sind geprägt von der Vorstellung, dass es eines Tages vorbei sein könnte. Und nicht nur eines Tages, sondern vielleicht sogar jeden Moment. „Lebe jeden Tag, als könnte er dein letzter sein“ – so lautet ein viel zitiertes Motto. Und das ist es letztendlich, was uns ausmacht: Wir sind uns unserer Endlichkeit bewusst. Gerade dadurch lernen wir den Moment zu schätzen.

Doch dieses Konstrukt hält immer nur so lange, bis wir einmal direkt mit unserer Endlichkeit konfrontiert werden. Im Angesicht eines Verlustes ist es leicht, den Sinn hinter dem eigenen Sein komplett infrage zu stellen. Der Gedanke hat etwas Verführerisches und zugleich durch und durch Destruktives. Es ist zu leicht, sich der Verzweiflung hinzugeben. Am Ende ist es das Wiederaufstehen, das wirklich Sinn macht.

Es ist schwer, die Momente des Alleinseins zu überstehen, wenn uns gerade ein wichtiger und lieber Mensch genommen wurde. Es ist leicht, die Endlichkeit als große Bürde zu verstehen – aber in Wahrheit ist sie noch immer ein Geschenk. Wie oft haben wir das Gefühl, unsere Zeit nicht ausreichend genutzt zu haben? Den wichtigen Menschen und Dingen nicht hinreichend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben? Erst wenn etwas weg ist oder zumindest im Verschwinden begriffen, wird uns wirklich bewusst, wie wertvoll es eigentlich für uns ist. Und ist es nicht genauso mit dem Leben? Wenn wir nicht wüssten, dass es eines Tages endet – was würden wir denn noch mit unserer Zeit anstellen?

Wir sind keine Bärtierchen. Wir haben nicht diese unglaublichen körperlichen Fähigkeiten, um jeglichen Widerständen zu trotzen. Aber wir haben unser Denken, unser Bewusstsein, unser Leben im Augenblick. Und das sollte doch allemal Grund genug sein, um immer wieder aufzustehen und die uns gegebene Zeit zu nutzen und zu genießen. Das Leben zu spüren – im Guten wie im Schlechten.

Bild: Von Frank Fox - http://www.mikro-foto.de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20217344

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Das Phänomen des digitalen Nachlasses wird in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Darum machen wir an dieser Stelle darauf aufmerksam.

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